Neuer Referent für Kirchenmusik im EOK:
Dr. Matthias Kreplin im Interview

Herr Dr. Kreplin, welchen persönlichen Bezug haben Sie zur Musik, insbesondere zur Kirchenmusik? Haben Sie eine Vorliebe für eine bestimmte Epoche, einen Musikstil oder einen Komponisten?

Ich muss bekennen, dass ich kein großer Musiker bin. Weiter als zu einer einfachen Liedbegleitung mit ein paar Gitarrengriffen bringe ich es kaum. Aber es darf ja auch sein, dass Pfarrer nicht alles können; das eröffnet Räume für andere Talente und Begabungen. Das war mir in Gemeinde und Bezirk immer sehr wichtig.
Stilmäßig bin ich nicht sehr gebunden – mich kann Musik verschiedenster Stilrichtungen begeistern. Und ich finde es auch wichtig, dass wir in der Kirchenmusik eine große Breite haben.

Als Dekan des Kirchenbezirks Lahr waren Sie im Sommer 2009 unmittelbar in den Landeskirchengesangstag eingebunden, unter anderem auch als Moderator beim Mittagsprogramm auf dem Marktplatz. Welche Eindrücke haben Sie von der Veranstaltung mitgenommen?

Ich fand sehr beeindruckend, wie vielfältig die Chormusik in unserer badischen Kirche ist. Es war eine große Freude, so viele so verschiedene Chöre und Singgruppen anzukündigen. Unsere Kirche hat darin einen reichen Schatz - vor allem auch an den Chorleiterinnen und Chorleitern.

Sie sind zuständig für Gottesdienst und Kirchenmusik – wie würden Sie sich einen Gottesdienst mit Kirchenmusik wünschen?

Es kommt sehr auf eine stimmige Verbindung zwischen Liturgie, Musik und Predigt an. Häufig – auch aus Zeitgründen – sind es ja die Pfarrer und Pfarrerinnen, die auf diese Stimmigkeit versuchen zu achten und den Musizierenden die zu singenden Lieder vorgeben. Ich habe mich immer auch gern auf die andere Richtung eingelassen: Ein Chor gibt vor, was er singen möchte – und dann muss Predigt und Liturgie darauf abgestimmt werden. Ich wünsche mir vor allem ein kollegiales Miteinander zwischen Pfarrer/innen und Musiker/innen.

Kirchenmusik heute – wo ergeben sich aus Ihrer Sicht Probleme, wo bieten sich Chancen?

Die große Chance der Kirchenmusik besteht darin, dass sie auch Menschen erreicht, die eher am Rande unserer Kirche stehen oder denen Kirche sogar fremd ist. Diese Chance gilt es beherzt zu ergreifen. Probleme gibt es sicher in manchen Chören, die gemeinsam älter geworden sind und nur noch schwer Nachwuchs finden. Dann ist es meist ein schmerzlicher Prozess, einen Chor irgendwann aufzugeben. Wo aber engagierte Chorleiterinnen und –leiter vorhanden sind, entstehen auch immer wieder neue Chöre. Dafür zu sorgen, dass möglichst viele Menschen eine Chorleitungsausbildung machen, ist darum von großer Bedeutung.

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