Uraufführung der Messe für Chor und Jazzorchester von David Grottschreiber

Am 3. November 2013 wird die Evangelische Kantorei Rheinfelden zusammen mit dem Big Sound Orchestra (BSO) aus Lörrach eine Messe uraufführen, die David Grottschreiber (geb. 1982) eigens für diesen Anlass komponiert hat. Die rund 40 Sängerinnen und Sänger sowie 20 Musiker proben bereits seit Anfang des Jahres an diesem Werk.
Die Initiative für dieses interessante Projekt kam von Musikern aus dem Big Sound Orchestra. Die Idee stieß bei allen Beteiligten auf große Resonanz - insbesondere bei David Grottschreiber. Der musikalische Leiter des BSO lebt und arbeitet als Komponist, Arrangeur und Dozent in der Schweiz und hat sich durch seine vielfältigen Projekte sowie durch Preise und Auszeichnungen international einen Namen gemacht.
In seiner Messe für Chor und Jazzorchester, die von der Textauswahl her zunächst als „Missa brevis“ (also ohne Ausarbeitung des „Credo“) konzipiert ist, findet Grottschreiber seine ganz eigene Tonsprache, die durch und durch dem modernen Jazz verpflichtet ist. Das Big Sound Orchestra wurde in seiner „Urform“ 1978 von Jazzenthusiast und Lehrer Gerhard Gutfleisch zusammen mit einem Kollegen und vier Schülern am Rheinfelder Gymnasium als zunächst sechsköpfige Jazz Combo gegründet. Über die Jahre wuchsen nicht nur das Repertoire und die Anzahl der Auftritte, sondern auch die Besetzung. 1981 spielte die Band das erste Mal in der typischen Big Band Besetzung. Unterdessen hatte die Jazz Arbeitsgemeinschaft ihren Namen zusammen mit ersten Pulten von einer anderen Band geerbt. Im Frühjahr 2005 formierte sich das BSO neu, nachdem es sich zehn Jahre vorher von der Schule gelöst hatte. Der langjährige Bandleader Gerhard Gutfleisch gab seinen Posten ab und viele neue, motivierte Musiker aus der Region stießen zu der im Lörrach-Haagener „Jazztone“ ansässigen Band. Mit David Grottschreiber als Bandleader, Komponist und Arrangeur erfährt das BSO seit 2009 eine weitere qualitative und quantitative Steigerung.

Die Evangelische Kantorei Rheinfelden kann bereits auf eine über hundertjährige Geschichte zurückblicken. Die jungen und jung gebliebenen Sängerinnen und Sänger zwischen 20 und 80 Jahren mit teilweise jahrzehntelanger Erfahrung bestreiten neben ihrer eigentlichen Hauptaufgabe der musikalischen Gottesdienstgestaltung durchschnittlich zwei Konzerte im Jahr. Dabei ermöglicht es die stilistische Flexibilität des Chores jederzeit, das musikalische Spektrum von der Gregorianik bis zum Gospel abdecken zu können.
Die Evangelische Kantorei tritt immer wieder mit größeren oratorischen Werken an die Öffentlichkeit, darunter die „Psalmensinfonie“ von Igor Strawinsky, „St. Nicolas“ von Benjamin Britten, „Ein deutsches Requiem“ von Johannes Brahms, die „Carmina Burana“ von Carl Orff, die „Marienvesper“ von Claudio Monteverdi, das „Requiem“ von Wolfgang Amadeus Mozart und zuletzt die Johannespassion von Johann Sebastian Bach.
Neben der Christuskirche Rheinfelden und der benachbarten St. Josefskirche trat der vielseitige Chor auch schon beim Festival „Stimmen“ in Lörrach auf, sowie bei dem besonderen Projekt „Bach in der Fabrik“, bei dem das Weihnachtsoratorium mit Film und Tanz in einer Fabrikhalle der Aluminium Rheinfelden dargeboten wurde.
Geleitet wird der Chor seit nunmehr 20 Jahren vom Rheinfelder Bezirkskantor Rainer Marbach. Er hat in Trossingen sein Diplom als Kirchenmusiker (bei Prof. Gerd Witte, Orgel) abgeschlossen und bei Prof. Manfred Schreier den künstlerischen Abschluss im Fach Chorleitung absolviert. Kurse beim Schleswig-Holstein-Musikfestival unter Eric Ericsson vertieften seine Kenntnisse im chorleiterischen und gesangstechnischen Bereich. Rainer Marbach ist zudem Dozent und somit zuständig für die Ausbildung nebenamtlicher KantorInnen im Haus der Kirchenmusik auf Schloss Beuggen.

Somit kommen also zwei musikalisch hochmotivierte und erfahrene Ensembles zu dieser Uraufführung der Messe für Chor und Jazzorchester zusammen.
Ein Werk in diesem Rahmen und für diese Besetzung ist auch heutzutage eher eine Seltenheit.
Alle Beteiligten sind gespannt auf die Uraufführung dieses besonderen Werkes, das auf seine ganz eigene Weise und in vielerlei Hinsicht Brücken bildet und den Horizont erweitert.
Zu den jeweiligen Konzerten wird der Komponist selbst vor Beginn eine kurze Werkeinführung geben.

Die Termine sind wie folgt:
Sonntag, 3. November, 17 Uhr Christuskirche D-Rheinfelden (Uraufführung)
Freitag, 8. November, 19 Uhr Christuskirche D-Rheinfelden
Samstag, 9. November, 19 Uhr Kirche CH-Wegenstetten
Sonntag, 10. November, 17 Uhr, Ev. Kirche D-Alt-Weil/ Weil am Rhein

Urs Brombach,
Michael Oberle

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