Chorbuch:
"Wer Ohren hat zu hören"

Anlässlich seines 125jährigen Bestehens hat der Landesverband evangelischer Kirchenchöre in Baden ein neues Chorbuch herausgegeben. Der Titel „Wer Ohren hat zu hören“ assoziiert dabei schon den Inhalt: es geht um Musik, die zu den Sonntagsevangelien passt.

Die Idee ist ja nicht so ganz neu: wer kennt sie nicht, die Evangelienmotetten von Melchior Franck. Die Zielsetzung des Chorheftausschusses unter Leitung von Landeskantor Kord Michaelis war, den Chören für die gottesdienstliche Praxis eine Sammlung von Chorstücken größter stilistischer Vielfalt zu präsentieren.

Vielfalt könnte eigentlich auch das Leitmotiv der Chorbuchbeschreibung heißen: von alten Meistern über Bach, Romantik von Brahms bis zu Reger und Komponisten der Gegenwart (neben aktuellen und ehemaligen Landeskantoren sogar der ganz junge Kantorennachwuchs) ist alles vertreten, was für die Praxis geschrieben hat. Vom einfachen bis anspruchsvollen Kanon (kannten Sie den Kanon „Wer sich selbst erhöhet“ von J.S.Bach??) über einfache Liedsätze (endlich gibt es etwas zu den textlich lohnenden Liedern „Komm in unsre stolze Welt“ und „Der Himmel der ist“), vom drei- oder vierstimmigen Satz a cappella oder mit Continuobegleitung bis hin zu anspruchsvollen motettischen Sätzen gehen die Besetzungen und Satztypen.

Der Schwierigkeitsgrad ist breit gefächert. Neben Sätzen, die jeder Kirchenchor sofort singen kann, wie z.B. „Der Herr ist mein Hirte“ von C. Lahusen, gibt es auch eine Reihe von größer angelegten Werken, die sich zu entdecken lohnen für Kantoreien und andere Ensembles.
Bekannte Stücke gibt es, wie z.B. „Hosianna dem Sohne Davids“ von Gesius oder „Meine Hoffnung und meine Freude“ aus Taizé. Man muss dem Chorheftausschuss ein Kompliment machen für die Entdeckungsfreude, mit der aus Bachkantaten, Motetten und sogar Oratorien passende Stücke für das Chorheft gefunden und bearbeitet wurden.

Susanne Moßmann

Top Impressum/ Datenschutz Links Home