Bericht von der Kindersingwoche 2013

In diesem Jahr ist zum ersten Mal (und passend zu unserem Zeitalter) eine virtuelle Internet-Gruppe, alias „Singwoche“, in Facebook zusammengekommen.
Kommentare wie „Beste Ferienwoche!“ oder „Ich vermisse Euch und hab Euch ganz doll lieb“ wurden hinterlassen. Außerdem haben 3 Mädchen der Gruppe einen ausführlichen Bericht über die Singwoche geschrieben, den ich etwas gekürzt den Leserinnen und Lesern des Journal Kirchenmusik vorstellen möchte.

„Wie jedes Jahr war die Anspannung bei der Anreise zur Burg Rotenburg sehr hoch. Bei der Ankunft gab es dann so manche tolle Begrüßungen mit schon lange nicht mehr gesehenen Freunden. Es wurde viel getratscht. Die einen sind umgezogen, die anderen haben sich die Haare schneiden lassen. Kurzum: Es ist eine Menge im vergangenen Jahr geschehen.
Wie jedes Jahr verlas einer der Betreuer die Regeln, dann ging es in den großen Keller. Wir sollten uns erst einmal alle kennenlernen, obwohl bestimmt mehr als die Hälfte schon letztes Jahr dabei waren. Jeder durfte sich und sein Lieblingstier vorstellen. Sehr breit gefächert waren die Tiere aber nicht. Von Hunden, Katzen und Delphinen abgesehen, gab es aber sogar eine Ameise. Dann wurden die Zimmer festgelegt. Nachdem wir unsere Koffer hochgeschleppt, unsere Hausschuhe angezogen und die Betten bezogen hatten, gab es das alljährliche Buttonmachen. Danach ging es auch schon mit der ersten Chorprobe los. Wir lernten einige tolle Spaß-Kanons und Lieder zu unserem Singspiel.

Um 7.30 Uhr jeden Morgen wurden wir mit (wunder)schöner Musik von Trompeten geweckt, die uns ein schönes Morgenlied oder Geburtstagsständchen (wir hatten zwei Geburtstagskinder während der Woche) gespielt haben.

Nach dem Frühstück gab es dann Vormittagschorprobe. Diesmal war Amely, die für unsere Stimmbildung und Atmung zuständig war, zum ersten Mal dabei und wärmte unsere Stimmen ausgiebig. Fast alle wussten nicht, dass „Stühle anheben“ der Atmung hilft.
Nach der Probe gab es den Kreativblock. Man hatte die Möglichkeit, Helme und Schilde zu basteln, die Kulissen zu malen oder unser mitgebrachtes übergroßes T-Shirt zu batiken, das wir bei der Aufführung dann anzogen.
Das Casting war spannend und alle waren sehr aufgeregt. Manche wollten sehr gerne eine Hauptrolle, andere jedoch hätten liebend gern die Rolle eines Baumes gespielt.

Es gab aber auch immer wieder tolle Aktionen im Wald oder auf dem Hof, wie zum Beispiel die Olympiade. In fünf Gruppen eingeteilt mussten wir bei den fünf Betreuern fast Olympische Disziplinen bewerkstelligen, wie das Schubkarrenrennen oder den Wassertransport. Jede Gruppe musste zweimal bei den Betreuern aufkreuzen, da jeder Betreuer zwei Disziplinen hatte. Doch das Highlight war das verpackte, rohe Ei, das jede Gruppe in Zeitung, Moos, Blätter und Watte so einwickeln musste, dass es am Schluss den Flug aus dem zweiten Stock überlebt. Spaß war da auf jeden Fall vorprogrammiert.

An einem Tag stand auf dem Tagesplakat, dass es einen Filmabend geben sollte. Niemand wusste schon vorher (außer natürlich die Betreuer), welchen Film es wohl diesmal zu sehen gibt – bis eine auf der Treppe Haeki begegnete, die den Film in der Hand hatte. Nicht mal geschätzte zehn Minuten hat es gedauert und alle wussten von dem Film: „Die Kinder des Monsieur Mathieu“.
Manchen war der Film schon bekannt, sie wollten ihn aber unbedingt noch einmal sehen. Es war ein tolles Filmerlebnis, denn das Hauptthema des Films passte gut zu unserer Singfreizeit: In einem Internat für schwer erziehbare Jungen bändigt der sehr musikalische Monsieur Mathieu die Buben, die - am Anfang noch Kuckuckslieder vor sich her singend - bald einen richtig tollen Chor bildeten. Jedem Musiker schmolz die Seele dahin, als der Solosängerknabe sein Stimmlein erklingen ließ.

Für die Leute, die ihren Bewegungsdrang noch nicht genug ausgelebt hatten, die noch mehr Action oder einfach nur Spaß haben wollten, gab es da ja noch die legendäre Action im Keller. Von der Zeitungskugelschlacht bis zum größten Großmaul (Wer der vier Auserwählten jeder Gruppe kann mehr trockenen Reis in den Mund stopfen und sagen „Wir sind die Größten“?) war alles dabei.
Mit einigen Kapiteln des Buches „Schlunz und der geheimnisvolle Schatten“ endete dann jeder Tag. In unsere Zimmer schauten noch Betreuer um uns eine gute Nacht zu wünschen (vielleicht mussten die Betreuer in ein paar Zimmer zweimal schauen…) und wir schliefen dann ein – nicht ohne noch ein oder zwei Blackstories zu rätseln oder den anderen noch etwas zuzuflüstern.
Der krönende Abschluss war dann unsere Aufführung „Das Geheimnis der Kathedrale“, die wunderbar geklappt hat! Die Spannung stieg, als die Musik anfing zu spielen und alle still waren. Alle lauschten der schönen Musik von uns.
Die Verbeugungen gingen auch schnell um und schon gab es die Verabschiedungen zwischen den Kindern die sich ein Jahr nicht mehr sehen werden – oder nie wieder. Aber Adressen wurden viele ausgetauscht.
Hinterher gingen alle zu den Familien, holten die Koffer, fuhren nach und nach wieder nach Hause und berichteten den Eltern von der tollen Woche, die jedem super gefallen hat.“

Hae-Kyung Jung mit den 3 jungen Autorinnen Doro Bauer (Niefern), Maren Birkhold (Angelbachtal) und Miriam Wagner (Karlsruhe)

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