Heizen und Lüften in Coronazeiten

„Lüften, lüften, lüften“ - das wurde uns im Kampf gegen Aerosole beigebracht. Am besten proben bei weit geöffneten Fenstern, oder kurze Probeneinheiten und dann Lüftungspause. Nun kommt die kalte Jahreszeit und damit eine neue Schwierigkeit: die Kombination aus Heizen-Lüften-Heizen-Lüften…. ist nicht nur energetisch problematisch.
(sum) Die Viruskonzentration im Raum kann am besten durch stoßlüften (nicht schwach dauerlüften, z.B. durch kleine, gekippte Fenster in Kirchen) abgebaut werden. Wenn Heizen und Lüften sich abwechseln, dann ist im Winter, vorallem bei kalter und trockener Witterung, die Luftfeuchtigkeit im Auge zu behalten. Idealerweise sollte die Luftfeuchtigkeit im Kirchenraum zwischen 40 und 60 % liegen, sonst drohen Schäden am Inventar (auch Orgeln sind massiv in Gefahr!).
Wenn es kalt und trocken ist: Luftfeuchtigkeit im Auge behalten!
Einfache Hygrometer sind für wenig Geld zu erwerben, damit kann die Luftfeuchtigkeit kontrolliert werden. Wenn die Aerosole nicht durch Stoßlüften entfernt werden können – sei es wegen zu geringer Luftfeuchtigkeit oder Durchzugsmöglichkeiten – dann sollte zwischen Veranstaltungen in einer Kirche mindestens 3 Stunden Pause als Abklingzeit sein.
Aerosole abklingen lassen
Die nächste Virus-Problematik ergibt sich beim Heizen. Umluft-Heizungen können zur „Virenschleuder“ werden und müssen deshalb während des Gottesdienstes komplett abgeschaltet werden. Andere Heizsysteme wie Fußbodenheizungen oder Strahlungsheizungen können zur Grundtemperierung genutzt werden, in allen Fällen gilt jedoch – wie seit Jahren schon: Luftfeuchtigkeit im Auge behalten und nur langsam aufheizen und wieder abklingen lassen.
Etwas weniger Komfort
Entsprechende Merkblätter wurden vom Oberkirchenrat herausgegeben, ebenso melden sich viele Heizungsfirmen mit eigenen Hinweisen. Es ist klar, wenn eine Warmluftheizung 30 Min vor Gottesdienstbeginn ausgeschaltet wird, dass dann die Temperatur während des Gottesdienstes abfällt. Damit werden wir umgehen müssen und etwas dickere Kleidung sowie Corona-konforme kürzere Gottesdienste sollten dabei helfen.
Bei viel genutzten Räumen kann es auch eine Strategie sein, eine gleichmäßige Grundtemperierung zu belassen. Die wird dann natürlich niedriger sein, als die gewohnte warme Kirche.
Lösungen vor Ort suchen
Je nach Raumgröße, Heizungstyp und Lüftungsmöglichkeit und Veranstaltungshäufigkeit ergeben sich völlig unterschiedliche Situationen in den Gemeinden. Auch hier gilt es wieder mit Einfallsreichtum Lösungen zu finden. Auch wenn es so scheint, als würde unser gerade erworbenes Wissen: „Große Räume – Abstand – Lüften“ durch diese Hinweise konterkariert: mit etwas Einfallsreichtum und Beratung lassen sich Lösungen finden. Wenn Heizungsfirmen Merkblätter schicken mit dem Hinweis „alle Aufheiztermine löschen“ oder Kirchendiener aus den – zugegebenermaßen reichlich komplexen Merkblättern – schlußfolgern „am besten soll man überhaupt nicht mehr heizen“ – dann ist das eine unsachgemäße Verkürzung. In den meisten Gemeinden wird man mit einer guten Luftfeuchtigkeitskontrolle und dem Abstellen der Heizung während des Gottesdienstes und dadurch leicht kühlerer Temperatur gut über den Winter kommen.

Top Impressum/ Datenschutz Links Home