Eindrucksvolle Konzertreise durch die USA

„For us you literally are the voices of heaven! – Für uns seid ihr wortwörtlich die Stimmen des Himmels!” Dieses herzliche Bekenntnis wurde uns von den Amerikanern mit auf den Weg gegeben.
Wir, der Jugendchor „Voices of Heaven“, starteten Mitte August zusammen mit unserem Chorleiter Achim Plagge, einigen Betreuern und unserer Band, bestehend aus Andreas Viehöver (Jazzpiano), Patrick Schneider (Schlagzeug) und Klara Däubler (Bass), unsere zweiwöchige Konzertreise durch die USA.
Wie im Voraus berichtet, hatten wir einige Probentage sowie zwei erfolgreiche Konzerte in Menzingen und Mauer hinter uns, sodass wir musikalisch hervorragend auf die Reise vorbereitet waren.
Diese war in fünf Stationen aufgeteilt, bei denen wir jeweils in kleinen Gruppen in Gastfamilien wohnten. Da wir insgesamt 58 Personen waren, waren entsprechend viele Menschen an der Organisation beteiligt, wofür wir sehr dankbar sind.
Die erste Stadt, in der wir vier Tage verbrachten, war South Haven. Sie liegt direkt am Ufer des Lake Michigan, der so riesig ist, dass er uns das Gefühl gab, am Meer zu sein.
Da wir bereits auf unserer Tournee im Jahr 2011 in South Haven waren, gab es so manches freudige Wiedersehen. Wir verbrachten Zeit am Strand, feierten Beach- und Hotdog- Partys und sangen ein wundervolles Konzert.
Von den vorherigen Reisen wussten wir, wie sehr unsere amerikanischen Zuhörer die deutschen Volkslieder mögen, da sich viele von ihnen durch ihre europäischen Vorfahren mit unserer Kultur verbunden fühlen, weshalb wir einige bekannte Volkslieder in unser Repertoire aufgenommen hatten. Obwohl der oder die ein oder andere von uns bei den Proben die Augen verdrehte und nicht nachvollziehen konnte, worin hier der Reiz liegen sollte, zeigte das amerikanische Publikum mit Standing Ovations, dass sich die Mühen gelohnt hatten.
Nach dem Konzert hieß es das erste Mal Abschied nehmen, doch die Trauer hielt nicht lange an, denn schon ging es weiter zur zweiten Station, Grand Haven, die nicht weit von South Haven entfernt ist und ebenfalls am Seeufer liegt.
Wieder wurden wir in Gastfamilien aufgeteilt, wieder wussten wir im Voraus nicht, was auf uns zukommen würde – es blieb bei jeder Station immer wieder auf‘s Neue spannend: Mit wem bin ich diesmal in der Gastfamilie untergebracht? Wie verhalten sich uns gegenüber die Menschen, die uns bei sich aufnehmen? Werde ich mich verständigen können?
Da wir unmittelbar ins Familienleben eingebunden waren, mussten wir zwar Kompromisse eingehen, bekamen jedoch gleichzeitig einen Einblick in viele verschiedene Lebensstile.
Auch in Grand Haven wurden wir herzlich aufgenommen, diesmal von einer methodistischen Gemeinde, die sich bei der Unterbringung unseres Chores fast selbst übertraf. Hier sangen wir zwei Konzert-Gottesdienste, die ebenso wie das erste Konzert auf großen Anklang stießen.
Auch hier fiel uns der Abschied nach unserem viertägigen Aufenthalt schwer.
Die folgende Station war weiter im Landesinneren gelegen, diesmal im Staat Indiana, welcher auch als „state of the crossroads of America“ bezeichnet wird. Was es mit dieser Bezeichnung auf sich hat, sahen wir auf den ersten Blick: Die Landschaft besteht aus scheinbar unendlichen Maisfeldern, die von schachbrettartig angeordneten Straßen durchzogen sind und wenig Abwechslung bieten. Entsprechend anders war das Programm der folgenden Tage gestaltet – Strandpartys gab es hier eben keine, dafür durften wir einen Schultag in der „Benton Highschool“ miterleben, besuchten den riesigen Campus der „Purdue University“, wo wir eine Kostprobe von einem sensationellen Studenten-Chor und der sogenannten Marching-Band bekamen, und sangen zu guter Letzt wieder ein gelungenes Konzert.
Dadurch, dass wir vor der Reise ein zweistündiges Repertoire aus Stücken aller Epochen erarbeitet hatten, konnten wir das Konzertprogramm auf die jeweiligen Konzerte abstimmen und hatten so den Vorteil einer großen Variationsbreite, die dem Publikum stets gut gefiel.
Der letzte Aufenthalt fiel in die Stadt Sebewaing, die wieder in Michigan in der Nähe des Lake Huron liegt. Hier verbrachten wir zwei ganze Tage mit den Gastfamilien, einige von uns gingen in der nahegelegenen Mall shoppen, andere bekamen einen Einblick ins echte Leben auf einer Farm, und schlussendlich stand das letzte Konzert der Reise auf dem Programm.
Als wir auch von dieser Station Abschied nahmen, bedauerten wir einerseits, dass sich die Reise nun dem Ende zuneigte, andererseits freuten wir uns darauf, wieder zurück nach Eberbach zu kommen und von den unendlich vielen Eindrücken und Erlebnissen erzählen zu können.
Doch bevor wir den Rückflug antraten, hatten wir das Privileg, noch einen Tag und eine Nacht in der drittgrößten Stadt der USA, nämlich in Chicago verbringen zu dürfen. Für viele von uns war dies der Höhepunkt unserer Reise.
Wir sahen die berühmte „Bean“, bestaunten die atemberaubende Skyline, tauchten in riesige Häuserschluchten ein und überblickten von der Spitze des höchsten Turmes, dem Hancock-Tower aus die nächtlich erleuchtete Millionenstadt.
Seit unserer Heimkunft in Eberbach werden wir nun des Öfteren gefragt, was uns an der Reise am meisten gefallen hätte und welche Eindrücke wir als besonders wertvoll erachteten. Die Frage ist schwer zu beantworten und wird sicherlich von jedem einzelnen anders bewertet. Für den einen war es die Beachparty, das amerikanische Frühstück oder die Shopping-Mall, für den nächsten die Konzerte, der Flug oder die Skyline von Chicago.
Doch was mit Sicherheit alle von uns bestätigen können, ist die Tatsache, dass uns vor allem die Begegnungen mit den Menschen, die daraus entstandenen Freundschaften, der Austausch beider Kulturen und die zahlreichen interessanten Gespräche in Erinnerung bleiben werden. Uns wurden die Augen geöffnet, wir erlebten grenzenlose Herzlichkeit, Gastfreundschaft, und Höflichkeit.
Unsererseits hoffen wir, dass wir das Leben der Amerikaner, die uns bei sich aufgenommen haben und die uns in unseren Konzerten erlebt haben, bereichern konnten - im wahrsten Sinne mit unseren „Stimmen des Himmels“.

Top Impressum/ Datenschutz Links Home