Coro Piccolo Karlsruhe im Baltikum

CoroPiccolo Karlsruhe

unterwegs zwischen den Domen von Tallinn und Riga

Tallinn, Ilumäe, Ogre, Riga und Liepaja waren die Stationen der diesjährigen Konzertreise des
CoroPiccolo Karlsruhe nach Estland und Lettland. Unter dem Titel "Deutsch-baltische Begegnungen" hatte Kirchenmusikdirektor Christian-Markus Raiser ein anspruchsvolles Programm mit Werken von Pärt, Vasks, Miskinis, Sisask, Tüür, Rheinberger und Bach für die Reise zusammengestellt. Unterstützt wurde der CoroPiccolo durch Organist Leon Tscholl mit Werken von Mendelssohn und Reger.
Beeindruckt von der schönen, mittelalterlichen Stadt an der Ostsee, wusste der CoroPiccolo zum Auftakt der Reise in gut besuchten Konzerten im Dom und in der Heilig Geist Kirche zu Tallinn zu überzeugen. Weiß man doch, dass die Esten ein singendes Volk sind und selbst hervorragende Chöre haben und doch nahm das Karlsruher Ensemble mutig die Herausforderung an. Der Erfolg gab ihm recht. Eine ganz andere Atmosphäre erwartete den Chor in der Evangelisch-Lutherischen Kirche Ilumäe auf der Halbinsel Käsmu, einem Nationalpark. Waren die Kirchen in Tallinn in der Innenstadt der Hauptstadt gelegen, machte sich um die Kirche in Ilumäe ein tiefer Frieden breit, wie man ihn nur in einer kleinen, außerhalb eines Dorfes liegenden Kirche finden kann. Auch hier ließen sich die zahlreichen Zuhörer begeistern und vertieften den Kontakt bei einem anschließenden Empfang in interessierten Gesprächen. Weiter ging die vom Goethe-Institut und der Stadt Karlsruhe geförderte Reise mit Konzerten in Lettland und zunächst im ehemaligen Kurort Ogre, südöstlich von Riga. Höhepunkte für den Chor und besonders für den Organisten Leon Tscholl waren die Konzerte im Dom zu Riga und in der Dreieinigkeits-Kathedrale in Liepaja. Die Ende des 19. Jahrhunderts erbaute Walcker-Orgel im Dom zu Riga zählt zu den größten und herausragendsten Orgeln der Welt. Riga zeigte sich als kulturell höchst spannende Großstadt, wobei die Konzerte im Dom zu Riga einen wesentlichen Beitrag dazu leisten. In der vollen Domkirche konnte sich CoroPiccolo der großartigen Akustik hingeben und begeisterte vor allem mit dem Schlussstück, Johann Sebastian Bachs Motette „Singet dem Herrn“ die zahlreichen Zuhörer unter denen auch eine Karlsruher Reisegruppe war.
Das letzte Konzert der Reise war im entfernten Strandort Liepaja, wo die im Jahre 1885 umgebaute Orgel steht, die noch bis 1912 als größte der Welt galt. Leon Tscholl brachte diese eindrücklichen Instrumente u.a. mit der Introduktion & Passacaglia d-moll von Max Reger zum Klingen.
Auf dem Weg zum Flughafen gestaltete der Chor als Abschluss der Reise einen deutsch-lettischen Gottesdienst in der Jesus-Kirche in Riga. Müde von zahlreichen Konzerten und Veranstaltungen, aber bereichert durch viele schöne Erlebnisse, Begegnungen und Konzerte kehrte der 30-köpfige Chor aus dem Baltikum nach Karlsruhe zurück.

Anke Ruggaber

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