Standing ovations für Landesjugendkantorei

Am 13. September fand das zweite Konzert der Landesjugendkantorei in der Friedenskirche in Kehl statt. Ein beglücktes und teilweise auch verblüfftes Publikum gab am Ende „standing ovations“ für die jugendlichen SängerInnen, aber auch für die Chorleiter und das Projekt als solches.
Auf schöne Stimmen war man gefasst gewesen, auf jugendliche Begeisterung auch – aber die große Ernsthaftigkeit, mit der die 32 Sängerinnen und Sänger das anspruchsvolle Programm meisterten, fast in ständigem Blickkontakt mit den Chorleitern manchmal fast in diese hineinzukriechen schienen, das hat viele erstaunt. Ein weiterer Überraschungspunkt war die Stimmfülle – vorallem im Alt- die man in diesem Alter eigentlich nicht erwarten kann. Hier hat Stimmbildner Dieter Schweigel gute Arbeit geleistet. So eine Klangformung und Stimmförderung ist in heimischen Jugendchören nicht auf diesem hohen Niveau vorhanden – und schon allein deshalb brauchen wir einen Auswahlchor, in dem das möglich ist.
Eröffnet wurde das Programm mit „Cantate domino“ von Buxtehude, hier konnte die jungen Stimmen gleich ihre Beweglichkeit unter Beweis stellen. Zum ersten Mal Gänsehaut gab es beim Kyrie von Nystedt – später auch noch einmal beim ebenfalls a.c. vorgetragenen Notre père von Duruflé.
Bezirkskantorin Carola Maute bereicherte das Konzert an der Orgel mit Präludium a-moll von Buxtehude und Jazzvariationen über „Gib uns Frieden jeden Tag“ von Matthias Nagel.
Als kongenialen Glücksfall kann man die Zusammenarbeit mit Christoph Georgii, dem landeskirchlichen Beauftragten für Popularmusik, werten. Er begleitete nicht nur am e-piano mit viel Schwung, sondern schreibt der Landesjugendkantorei passend zu ihren stimmlichen Möglichkeiten Stücke „auf den Leib“. Vom Halleluja im Bossa-Stil bis hin zu einigen Gospels für den Abschlußgottesdienst beim großen Jugendtreffen YouVent – die Stücke trafen das Lebensgefühl der Jugendlichen. Ob die begeistert mitgehenden Sängerinnen und Sänger, der mitswingende Komponist am e-piano, die Chorleitenden, die mit Choreografien und dynamischer Gestaltung die Texte noch erlebbarer machen – das Publikum war hin- und mitgerissen.
Den verantwortlichen Kantoren Anne Langenbach, Bärbel Tschochohei und Achim Plagge kann nur gratuliert werden, was sie in der wenigen Zeit schon mit dem Chor geschafft haben. Die Landesjugendkantorei befindet sich ja noch im Gründungsjahr und hat erst ihre dritte Probenphase absolviert. In den nächsten Wochen finden erneut „castings“ statt, bei denen weitere Bewerber für den Auswahlchor vorsingen können. Es ist zu wünschen , dass noch einige Männerstimmen hinzukommen um den Chorklang noch ausgewogener zu machen und dass aus dem „befristeten Projekt“ Landesjugendkantorei bald eine dauerhafte Einrichtung wird.

Susanne Moßmann

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