Bericht Landesjugendkantorei

34 Jugendliche im Alter zwischen 13 und 21 Jahren trafen sich im Januar und Februar erstmals, um ihrer Leidenschaft, dem Singen nachzugehen. Sie sind die Sängerinnen und Sänger der Landesjugendkantorei, die 2015 ihre ersten beiden Probenphasen hatte und gleich anschließend ihr erstes Konzert zum Besten gab. Der neue Chor steht unter der Leitung der drei Kantoren Achim Plagge, Bärbel Tschochohei und Anne Langenbach und wird dabei von Stimmbildner Dieter Schweigel tatkräftig unterstützt.
In vielen örtlichen Jugendchören gibt es Sänger, die ab und zu gerne noch intensiver an Stücken proben würden oder davon begeistert wären hin und wieder anspruchsvollere Werke zur Aufführung zu bringen.
Aus diesem Grund wurde die Landesjugendkantorei gegründet. Die Mädels und Jungs können hier auf hohem Niveau miteinander musizieren und haben viel Spaß.

Bereits im September 2014 fanden in Radolfzell, Karlsruhe, Heidelberg und Freiburg Castings statt, bei denen sich interessierte Jugendliche aus ganz Baden bewerben konnten. Jede/jeder sollte zwei Stücke in jeweils unterschiedlichen Stilen vorbereiten, welche vor einem oder mehreren der drei Chorleiter vorgetragen wurden. Hierbei wurde in erster Linie auf Intonation, aber auch auf den Klang der Stimme geachtet. Schon ein paar Wochen später erhielt man, sofern man zu den 34 aufgenommenen Chorsängern gehörte, die Noten , sowie die Stimmeinteilung, damit die Stücke schon kennengelernt und eingeübt werden konnten.

Voller Vorfreude blickten wir nun dem ersten Probenwochenende entgegen.
Als alle auf Schloss Rauenberg-Rotenberg eingetroffen waren, gab es Abendessen, bei dem wir uns bereits anfreundeten. Denn obwohl sich die meisten von uns noch nicht kannten, entstanden auf Grund der fast deckungsgleichen Interessen sofort Gespräche. Im direkten Anschluss daran begannen die ersten Proben. Gesungen wurden Stücke aus den verschiedensten Epochen. Werke von Buxtehude über Rutter und Britten bis hin zu Nysted. Besonders auf diese große Bandbreite an Stücken achteten die Kantoren bei der Auswahl. Da alle mit dem vierstimmigen Singen vertraut und sowohl vom vollen schönen Klang als auch von der Liebe zum Singen mit anderen motiviert waren, konnte sofort produktiv gearbeitet werden.
Nach einer schönen Probe und einem kurzen Kennenlernspiel gingen alle auf ihre Zimmer, um dort, nachdem wir uns spätestens dann mit den Zimmergenossen angefreundet hatten, schlafen zu gehen.
Nach dem Frühstück ging es am Samstagmorgen sofort weiter mit den Proben. Jedes Stück wurde nun erst in Stimmproben geübt und anschließend in der Tuttiprobe zusammengesetzt. Währenddessen hatte jeder einmal alleine Stimmbildung bei Dieter Schweigel. Zwischendurch wurden lustige Lockerungsübungen gemacht oder sehr schwere Stellen mit einfachen Übungen verbessert.
Am Abend fand der bunte Abend statt. Alle hatten Spaß bei den lustigen Spielen und die Gruppe wuchs immer mehr zusammen.
Am Sonntagvormittag kam das Fernsehen. Der Kameramann filmte während der Probe und einige von uns gaben Interviews, bei denen deutlich wurde, wie sehr es jeder liebt in diesem Chor singen zu können. Nach dem Mittagessen fuhren alle zurück nach Hause.

12 Tage später am 7.Februar fand sich die Gruppe auf der wunderschön verschneiten Kapfenburg in Lauchheim wieder. Dort gab es wieder zuerst Abendessen. Anschließend wurde wieder geprobt. Nun ging es an die Feinheiten. Welche crescendi müssen deutlicher (hervorgebracht) werden, wo muss der Text besonders hervorgehoben werden, welche Rhythmen müssen noch präzisiert werden, soll die Melodie fließen oder abgehackt klingen, sollen lange Töne durchgesungen oder nach kurzer Zeit zurückgenommen werden und wie ist überhaupt die Stimmung bei diesem Stück? Aufgebracht, jubilierend, getragen, berührend oder gar traurig? An vielen Stellen wurde gefeilt, bis jedes Stück perfekt saß.
Wie auch am Probenwochenende zuvor hatte jeder einmal Stimmbildung, wobei dieses Mal immer zwei zusammen zu Dieter in den zweiten Stock gingen und deshalb die doppelte Zeit zur Verfügung stand.
Bis Sonntagmittag wurde in der Kapfenburg geprobt. Anschließend fuhren alle nach Neckargemünd (bei Heidelberg), wo das erste gemeinsame Konzert stattfinden sollte. Dort wurde nun noch einmal geprobt, um sich mit dem Raum und der Akustik vertraut zu machen. Dort wurde auch erstmals durch Christoph Georgii und Carsten Klomp begleitet.
Nach und nach füllte sich die Kirche. Voller Vorfreude zählten wir die Minuten bis wir endlich auftraten und dem Publikum das erste Stück präsentieren konnten.
Mit einem Lächeln im Gesicht sangen wir all die wunderschönen Stücke, bei denen sich jeder an die schönen und lustigen Proben erinnerte.

Viel zu schnell waren die ersten zwei Probenphasen und das Konzert zu Ende, aber ich bin mir sicher, dass sich jeder schon auf die nächste Probenfreizeit freut, bei der man alle so schnell ins Herz geschlossenen Freunde wiedersieht, mit ihnen neue und alte Stücke singt, sich am tollen Klang freut und Spaß hat.

Elisabeth Haller und Clara Jauch

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