Rückblick und Dank an Gero Albert

Rückblick auf 15 Jahre Vorsitzender des Landesverbands
Evangelischer Kirchenchöre in Baden

Bei der Hauptversammlung im Frühjahr war er nicht mehr zur Wiederwahl angetreten und beim Chorfest in Heidelberg wurde er mit einem Segen durch Oberkirchenrat Matthias Kreplin verabschiedet: Ein Rückblick des langjährigen Vorsitzenden des Chorverbandes, Pfr. Gero Albert.

„In Gottes Namen fang ich an ...“ (EG 494, 1)
Es war im Jahr 2000. Ich hatte noch nicht lange das Amt des Vertrauenspfarrers für Kirchen-musik im ehemaligen Kirchenbezirk Bretten übernommen. Da lockte mich die Bezirkskantorin Bärbel Tschochohei in die Vorbereitungsgruppe für das zweite Kindersingfestival Baden am 1. Mai 2001 in Sinsheim. Die Mitarbeit dort bereitete mir viel Freude. Zu der Zeit fand ich mich un-versehens auch im Verbandsrat des Badischen Kirchenchorverbandes wieder. Im Jahr darauf gab Jochen Plagge den Verbandsvorsitz ab. Seine Anfrage, sein Nachfolger zu werden, ehrte mich sehr. Bei der Mitgliederversammlung 2002 wurde ich gewählt.

„Vertraut den neuen Wegen ...“ (EG 395)
Einige strukturelle Aufgaben standen an, die wir alsbald angingen:
Die erneuerte Verbandsordnung mit einer Verschlankung des Verbandsrates, die der faktischen Verbandsarbeit entsprach. Sie wurde 2004 durch die Mitgliederversammlung verabschiedet.
Die Entwicklung eines Logos für den Verband und die Neugestaltung der Urkunden. Beides gelang in einer Form, die mich persönlich bis heute überzeugt.
Inhaltlich stand das 125-jährige Jubiläum des Verbandes an. Aus dem mit diesem Jubiläum ver-bundenen Landeskirchengesangstag 2005 in Karlsruhe war viel zu lernen - gerade auch durch das, was nicht so gelungen war. Ich erinnere mich an tolle Konzerte und Chorgottesdienste in den Innenstadtkirchen, aber auch an einen viel zu großen Schlossplatz für die Abschlussveran-staltung in der prallen Sonne ...
2006 startete das „Haus der Kirchenmusik“ in Baden - eine wichtige Einrichtung, um die künftige
Versorgung der Chöre im Land mit Chorleiterinnen und Chorleitern sichern zu können.

„Kommet zuhauf, ... lasset den Lobgesang hören“ (EG 316, 1)
Welche Form sollten zukünftig landesweite Chortreffen haben? 2001 und 2002 hatten in Baden- Baden, Heidelberg und Konstanz Prälaturgesangstage stattgefunden. Diese Regionalisierung nahmen wir 2009 mit dem geteilten Landeskirchengesangstag in Eberbach und in Lahr auf.
Aus den Landeskirchengesangstagen wurden ab 2013 Chorfeste. Die Chorfeste in Pforzheim und vor kurzem in Heidelberg waren als kirchenmusikalische Groß-Events angelegt. Solch ein Format ist auch seitens der Landeskirche gewollt. Dies erfordert verstärkte personelle und auch finanzielle Ressourcen. Mit dem Event-Manager Jochen Martin haben wir seit einigen Jahren seitens des Referats 3 im EOK eine gute Unterstützung. Dies wird aber in diesem begrenzten Umfang in Zukunft nicht ausreichen.

„Weißt du, wie viel Kinder ...“ (EG 511, 3)
Als besonderer Schwerpunkt der Verbandsarbeit zog sich das Singen mit Kindern in der Kirche durch all die Jahre hindurch. Gibt es doch heute so viele Singschulen und Kinderchöre in unse-ren Gemeinden wie nie zuvor! Mit der Veröffentlichung eines geistlichen Liederkalenders setz-ten wir ein Zeichen in der Bildungsarbeit. Das Kindersingfestival 2008 in Villingen war ein tolles Erlebnis für alle beteiligten Kinder. Solche Chortreffen für Kinder - nur für Kinder oder im Rah-men von Chorfesten - bleiben eine weiter zu entwickelnde Aufgabe.
Spannend war über all die Jahre die Besetzung der Leitung der Kindersingwoche in den Oster-ferien. Oft konnte ich bei den Abschlussaufführungen dabei sein und bestaunen, was die Kinder mit dem Leitungsteam jeweils auf die Beine gestellt hatten. Die übervollen Kindersingwochen wurden inzwischen in eine Kindersingwoche und eine eigene Jugendsingwoche geteilt, die pa-rallel in der Osterwoche stattfinden. Dieses Konzept ist aufgegangen.
Nach einer längeren Planungsphase startete Anfang 2015 die Landesjugendkantorei als lan-deskirchliches Projekt. Das Auswahlensemble von Jugendlichen und jungen Erwachsenen hat inzwischen ein äußerst beeindruckendes Niveau erreicht. Groß war die Freude, als die Landes-synode beschloss, das Projekt ab 2017 unter dem Dach des Kirchenchorverbandes auf Dauer zu stellen.

„Wir jubilieren und triumphieren ...“ (EG 398, 2)
Sehr gerne nahm ich Einladungen aus Chören an, um bei Jubiläen in Festgottesdiensten oder Konzerten mitzuwirken, Urkunden zu überreichen und im Namen des Kirchenchorverbands in gereimter Form zu grüßen. Dabei beeindruckten mich stets das ehrenamtliche Engagement und die Kreativität, die zu erleben waren.

„... sonst sitzen wir ...“ (EG 442, 4)
Besondere Planung verlangten jeweils die Mitgliederversammlungen des Verbands. War es doch das Bestreben im Verbandsrat, den teilnehmenden Obleuten und Chorleitenden ein inte-ressantes Programm zu bieten, wenn der Kreis der vertretenen Chöre auch stets überschaubar war. Als besonders gelungen erlebte ich die Versammlungen immer dann, wenn wir dabei viel gesungen haben.
Als Vorsitzender des Verbandes ist man zugleich Mitglied im Zentralrat des Chorverbandes in der Evangelischen Kirche in Deutschland e.V. (CEK). Diese jährlichen Tagungen waren ein besonderes Bonbon. Sie erweiterten den eigenen Horizont, brachten Begegnungen mit den Vertretern aus allen deutschen Landeskirchen sowie aus Österreich, der Brüdergemeine und weiteren angegliederten Verbänden. Zugleich gab diese Mitarbeit über die Aktion „Chöre helfen Chören“ Einblick in die kirchenmusikalische Arbeit evangelischer Kirchen in Osteuropa.
Die Aufgabe als Vizepräsident im CEK, die ich mehrere Jahre übernahm, beanspruchte zusätz-lich Gedankenkraft und auch Zeit, denn die Sitzungen fanden früher in Würzburg oder Fulda statt und in den letzten Jahren in Berlin.
Der Landesvorsitzende des Kirchenchorverbandes gehört dem Beirat für Kirchenmusik beim Evangelischen Oberkirchenrat an. Hier begleitete ich aufmerksam die kirchenmusikalischen Entwicklungen in unserer Landeskirche und vertrat besonders die Interessen der Kirchenchöre. Der Besuch der jährlichen Kantorenkonferenzen und der Arbeitstagungen des Badischen Kir-chenmusikerverbandes gab die Möglichkeit, zu den Kantorinnen und Kantoren der Landeskir-che Kontakte zu knüpfen und zu pflegen.

„Danke, ach Herr, ich will dir danken, dass ich danken kann.“ (EG 334, 6)
Die Arbeit im Kirchenchorverband lebt besonders durch das Engagement von Menschen, die sich ehrenamtlich für die Sache des Singens in unserer Landeskirche einsetzen. Über all die Jahre machte mir die Zusammenarbeit im Verbandsrat große Freude. Konstruktiv und in guter Atmosphäre wurde hier diskutiert, geplant und entschieden. Dankbar bin ich dem Geschäftsfüh-rer Axel Becker, mit dem ich in freundschaftlicher Weise gerne zusammengewirkt habe. Ebenso danke ich Susanne Moßmann, die entscheidend für Kontinuität in der Verbandsarbeit steht. In Sachen Schriftleitung und Redaktion für Journal und Homepage war sie stets verlässlich. Das gilt auch für Renate Schulz, die diese Aufgabe einige Jahre versah. Ebenso danke ich meiner Stellvertreterin Erika Hansert. Ein ganz wichtiger Weggefährte war mir Lothar Gabriel, der mit seiner Erfahrung und seinen praktischen Begabungen den Leitungskreis bereichert hat. Ein be-sonderer Dank geht an Kord Michaelis, der in seiner Zeit als Landeskantor und dann als Lan-deskirchenmusikdirektor immer wieder wichtige, konzeptionelle Impulse in den Aufgabenfeldern der Verbandsarbeit gab. Und Dank an Oberkirchenrat Dr. Matthias Kreplin, nur mit dessen Un-terstützung in den letzten Jahren so manches auf den Weg gebracht werden konnte. Ich danke insgesamt allen Kantorinnen und Kantoren, die sich bei Chorheft-Ausschüssen und Chorfesten, bei Singwochen oder der Landesjugendkantorei eingebracht haben. Und ich danke den Verant-wortlichen an der Basis, die sich Woche für Woche für das Singen zum Lob Gottes in unseren Gemeinden engagieren. Mein Dank gilt last not least meiner Frau, die mich in meinem Ehren-amt, durch das ich in der Familie viel abwesend war, dennoch immer unterstützt hat.
Gerne schaue ich auf die 15 Jahre zurück, in denen ich als einer, der seit Kindestagen in kirch-lichen Chören gesungen hat, mein großes Interesse am Singen in der Kirche ausleben konnte. Bei meiner Nachfolgerin Pfrin. Susanne Labsch weiß ich die künftige Leitung des Verbandes in besten Händen und wünsche ihr für ihr Tun Gottes Segen.
Gero Albert

Danke, Gero Albert!
15 Jahre basso continuo für das Singen in der Landeskirche

(sum) Als Gero Albert zum Vorsitzenden des Verbandes gewählt wurde, dachte ich „der ist zu nett“. Zu nett, um im Kampf um knapper werdende Mittel etwas für die Chöre herauszuholen, zu nett um die mit Zusatzaufgaben eh schon überlasteten Bezirkskantoren für Verbandsarbeit bei Chorfesten oder Singwochen zu gewinnen, zu nett um denen, die das Tun und Lassen der Kirchenchöre als aussterbende Spezies sehen etwas entgegenzusetzen….
Ich sollte eines besseren belehrt werden! Nein, Gero Albert hat sich in all den Jahren nicht gewandelt, sondern er hat genau mit diesen Wesenseigenschaften eine Menge erreicht. Freundlich, verbindlich, nie laut oder fordernd und selbst in kontroversen Debatten immer ausgleichend und ruhig – mit diesem angenehmen Wesen hat er als „basso continuo“ für die Sache des Chorsingens sehr viel erreicht. In seinem Rückblick hat er die Projekte aufgezählt – von Logo über Satzung, von Chorfesten bis Kindersingfestivals, Notenausgaben, Sitzungen….

Er hat den Verband in einer Zeit des Umbruchs übernommen und viele Veränderungen erfolgreich durchgeführt. Der Landesverband evang. Kirchenchöre in Baden bedankt sich bei Gero Albert für unzählige Sitzungen, Telefonate, mails, die Notenausgaben und Großveranstaltungen, und die stete Lobbyarbeit für das Singen in der Kirche.

Beim Chorfest wurde er mit einem Segen von OKR Matthias Kreplin verabschiedet, im Verbandsrat hat Susanne Moßmann als dienstältestes Verbandsratsmitglied die Tätigkeit von Gero Albert gewürdigt und ein Geschenk überreicht. Gero Albert bleibt weiterhin im Verbandsrat aktiv und kann so seinen langjährigen Erfahrungsschatz einbringen.

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