Begeisterndes Chorfest in Heidelberg

Das dreitägige Chorfest in Heidelberg vom 30.6. bis 2. Juli hat Besucher und Aktive begeistert. Auf den Plätzen, in den Kirchen, den Gemeindehäusern - und sogar draußen in der Natur: Die Stadt war durchdrungen von Musik. Trotz des wenig einladenden Wetters waren tausende nach Heidelberg gereist um mitzusingen und zu erleben. Ganz im Sinne von Martin Luther „davon ich singen und sagen soll“ wurden Ideen und Lieder der Reformation musikalisch höchst vielfältig in die Stadt getragen. Eine Besonderheit war auch, dass sämtliche Konzerte und Veranstaltungen beim Chorfest kostenfrei zu besuchen waren. Lediglich um Spenden wurde gebeten. Dass dies – trotz sechsstelliger Kosten für Technik, Bühnen und nicht zuletzt auch Sicherheit – möglich war ist Sponsoren und der Unterstützung der Landeskirche zu verdanken, denn der veranstaltende Chorverband hätte dies niemals allein tragen können.
Und die Resonanz übertraf die Erwartungen der Organisatoren bei Weitem : Oberkirchenrat Daniel Meier schätzt, dass gut 5000 Gäste und Sänger zusammenkamen. "Es war einfach grandios", resümiert auch Michael Braatz-Tempel, Heidelberger Bezirkskantor und Projektleiter des Chorfestes. Eineinhalb Jahre steckten er und sein Team in die Vorbereitung. "Jetzt bin ich erleichtert und froh, dass viele Menschen glücklich nach Hause fahren", sagt er.
Das Fest begann am Freitag mit einem Empfang des Oberbürgermeisters für geladene Gäste. Das anspruchsvolle Auftaktkonzert gestaltete die Hochschule für Kirchenmusik mit Helmut Barbes "Kammeroratorium 1648". Eine Podiumsdiskussion "Gewalt im Namen Gottes?" schließt sich an. Moderiert von Ulrich Deppendorf, sprachen Altbischof Prof. Wolfgang Huber, die Historikerin Dr. Corinna Hauswedell , der Heidelberger Theologe und Kirchenhistoriker Prof. Christoph Strohm und Jürgen Trittin, Bundestagsabgeordneter der Grünen und Mitglied im Auswärtigen Ausschuss.
Der Landeskirche, so Oberkirchenrat Dr. Matthias Kreplin ,sei es wichtig, sich als Friedenskirche zu positionieren. Zum Abschluß des Abends wurde der Messias von Georg Friedrich Händel in ökumenischer Zusammenarbeit von Markus Uhl und Michael Braatz-Tempel als Open-Air Konzert auf dem Uniplatz aufgeführt.
Am Samstag strömten dann Menschen aus ganz Baden nach Heidelberg, größtenteils mit Reisebussen oder auch mit dem Zug. Schon bei der Eröffnung auf dem Uniplatz mit gemeinsamen Singen und Grußworten waren die gut 1000 Sitzplätze fast vollständig belegt. Die beiden Landeskantoren Kord Michaelis und Johannes Michel teilten sich die Singeleitung und hatten ihre Freude an dem großen Chor. Dann machte leider einsetzender Nieselregen die Open-Air-Angebote etwas mühsam. Dafür waren die Kirchen beim „Mosaik der Chöre“ umso voller. Nachmittags klarte es auf und so konnte der „Messias zum Mitsingen“ ohne Probleme auf dem Uniplatz stattfinden. Zahlreiche workshops, vom Vortrag über Reformation bis zum Gospelworkshop, bedeuteten die Qual der Wal für die Teilnehmenden. Ein besonderer Höhepunkt war der Chorspaziergang über den Philosophenweg durch Michael Braatz-Tempel, der Geschichten über Heidelberg mit gemeinsamen Singen verband. Das Kindermusical Luther von G.P. Münden wurde unter Leitung von Bezirkskantorin Anne Langenbach aufgeführt und angereiste Kinder konnten in der Aufführung mitmachen und ein eigenes Kinderprogramm am Nachmittag des Chorfestes erleben.

Bildergalerie

Top Kontakt Links Home